Alzheimer

Auf einen Blick

Häufigkeit rund 1,6 Millionen Menschen mit einer Demenz-Erkrankung leben in Deutschland, zwei Drittel davon haben eine Alzheimer-Krankheit.

Hauptsymptome erworbene und zunehmende Beeinträchtigung der geistigen Leistungsfähigkeit

Diagnostik – neuropsychologische Testung, Nervenwasser und Bildgebung des Gehirns

Behandlung – medikamentöse und nicht medikamentöse Therapien

Wichtig zu beachten – es gibt über 50 verschiedene Ursachen einer kognitiven Störung/Demenz, daher sollte IMMER die Ursache geklärt werden, da sich hiernach die Therapie entscheidet!

Die Alzheimer-Krankheit ist eine Art von Demenz, die Probleme mit dem Gedächtnis, dem Denken und dem Verhalten verursacht. Die Symptome entwickeln sich in der Regel langsam und verschlechtern sich zunehmend über einen Zeitraum von mehreren Jahren.

Trotz intensiver Forschung sind die Ursachen und Mechanismen der Alzheimer-Krankheit bis heute noch nicht restlos aufgeklärt. Bei der Alzheimer-Krankheit kommt es zu einem Absterben von Nervenzellen und der Zerstörung ihrer Verbindung untereinander. Dies geht mit einem zunehmenden Rückgang der Hirnmasse, insbesondere in bestimmten Gehirnregionen, einher (Hirnatrophie). Darüber hinaus werden vermehrt Eiweißablagerungen im Gehirn beobachtet. Es finden sich sogenannte Plaques aus Beta-Amyloid und Fibrillen aus Tau. Das Beta-Amyloid ist ein Teil eines Eiweißes (Protein), das aus einem größeren Protein herausgeschnitten wird. Normalerweise werden in einem gesunden Gehirn diese Proteinteile abgebaut. Bei Patienten/innen mit der Alzheimer-Krankheit allerdings häufen sich diese Proteinteile zu harten, unauflöslichen Plaques zwischen den Nervenzellen im Gehirn an. Die Tau-Fibrillen finden sich im Inneren der Nervenzellen und sind mit ihren gedrehten Fasern wichtig für die Struktur und den Nährstofftransport. Darüber hinaus kommt es zu einer Verminderung eines für das Gedächtnis wichtigen Botenstoffs, des Acetylcholin.

Das Vorliegen eines Risikofaktors erhöht die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten einer Krankheit, in diesem Fall einer Demenz. Wir unterscheiden beeinflussbare und nicht beeinflussbare Risikofaktoren.

Beeinflussbare Risikofaktoren

  • Niedrige Bildung
  • Bluthochdruck
  • Übergewicht
  • Hörminderung
  • Rauchen
  • Depression
  • Bewegungsmangel
  • Soziale Isolation
  • Diabetes mellitus
  • Schlaf

 

Nicht beeinflussbare Risikofaktoren

  • Alter
  • Geschlecht
  • Genetik
  • Familiäre Anamnese

 

Diese Unterscheidung ist wichtig, da wir bei den beeinflussbaren Risikofaktoren viel tun können. Durch regelmäßige Arztbesuche und entsprechende Behandlung können bestimmte Risikoerkrankungen wie zum Beispiel der Bluthochdruck oder der Diabetes behandelt werden. Durch Änderung des Lebensstils wie zum Beispiel mehr körperliche Aktivität und eine gesunde, ausgewogene (mediterrane) Ernährung gegen das Übergewicht, soziales Engagement gegen die soziale Isolation oder Tragen eines Hörgeräts bei bestehender Hörminderung können ebenfalls viele beeinflussbare
Risikofaktoren für das Auftreten einer Demenz minimiert werden.

Der Krankheitsverlauf ist in der Regel langsam fortschreitend, kann zu Beginn ganz schleichend, nahezu unmerklich sein und im weiteren Verlauf auch zwischenzeitlich Erholungsphasen, leichte Besserungen und auch einen vorübergehenden Stillstand aufzeigen. Die Alzheimer-Krankheit kann bei jedem etwas unterschiedlich verlaufen. Grundsätzlich lassen sich aber folgende Stadien, die sich am Grad der Selbstständigkeit bzw. am Unterstützungsbedarf orientieren, einteilen: leichte kognitive Störung, leichtgradige, mittelschwere und schwere Demenz.

Bei zunehmenden Gedächtnisstörungen wenden Sie sich am besten zunächst an Ihren Arzt. Dieser kann Sie dann an einen Neurologen, Psychiater oder an eine Gedächtnissprechstunde überweisen. Zur weiteren Abklärung finden in der Regel zunächst eine ärztliche Erhebung der bisherigen Erkrankungsvorgeschichte, eine klinische Untersuchung und eine neuropsychologische Testung statt. Für die Diagnose Alzheimer-Krankheit werden zudem eine Bildgebung des Gehirns und eine Nervenwasseruntersuchung benötigt.

Die Behandlung einer Demenz-Erkrankung umfasst ein breites Spektrum von therapeutischen Maßnahmen. Es werden medikamentöse und nicht medikamentöse Ansätze unterschieden:

  • Medikamentöse Behandlung

In Deutschland sind derzeit zur Behandlung der Alzheimer-Krankheit vier Wirkstoffe zugelassen. Des Weiteren können bei Auftreten einer Depression oder Verhaltensänderungen bei einer Alzheimer-Krankheit diese entsprechend behandelt werden.

  • Nicht medikamentöse Behandlung

Sogenannte psychosoziale Interventionen sind zentraler und notwendiger Bestandteil in der Behandlung von Demenzen. Zur Förderung von kognitiven Leistungen und Alltagsfähigkeiten, zur Abschwächung von Verhaltensstörungen und zur Verbesserung des Wohlbefindens sind nicht medikamentöse Behandlungsformen besonders geeignet.

Derzeit ist die Alzheimer-Krankheit nicht heilbar, aber behandelbar. Verschiedene neue medikamentöse Ansätze, z. B. Antikörpertherapien, sind aktuell in klinischer Erprobung.

Die Diagnose einer Alzheimer-Krankheit ist für die meisten Betroffenen und ihre Familien zunächst eine sehr große Herausforderung, die viele Fragen wie zum Beispiel „Wie geht es jetzt weiter?“ aufwirft. Um wieder in den Alltag und die gewohnte Normalität zurückzukehren, ist es wichtig, sich zu über die Krankheit zu informieren, um zu lernen, wie man am besten mit der Krankheit den Alltag weiter meistern kann.

Unterstützung bei der Klärung dieser Fragen bietet Ihnen neben Ihrem behandelnden Neurologen die Deutsche Hirnstiftung.

Es ist völlig normal, dass man einmal etwas vergisst wie zum Beispiel, was man denn eigentlich im Keller holen wollte oder wo man denn schon wieder seinen Schlüssel hingelegt hat. Erst wenn dies gehäuft im Vergleich zu früher und zunehmend auftritt, dann sollte man seinen Arzt und ggf. eine Gedächtnisambulanz (LINK zu Gedächtnisambulanzen in Deutschland) zur weiteren Abklärung aufsuchen.

Im Rahmen einer Alzheimer-Krankheit kann eine depressive Episode, die durch eine gedrückte Stimmung und/oder eine Störung des Antriebs gekennzeichnet sein kann, auftreten. Eine Depression kann medikamentös und psychotherapeutisch gut behandelt werden. Eine Depression kann bei einer bestehenden Alzheimer-Krankheit zu einer Verschlechterung der Gedächtnisstörungen führen, die sich unter antidepressiver Therapie wieder bessern können. Da eine Depression nicht nur die Lebensqualität, sondern auch das Denk- und Erinnerungsvermögen negativ beeinflussen kann, sollten Sie bei Auftreten mit Ihrem Arzt sprechen und/oder sich in Ihrer Gedächtnissprechstunde (LINK zu Gedächtnisambulanzen in Deutschland) melden.

Demenz ist der Überbegriff für eine Gruppe von altersbedingten Erkrankungen, die mit behindernden Einschränkungen von geistigen Fähigkeiten einhergehen, die über den normalen Alterungsprozess hinausgehen und Alltagsprozesse beeinträchtigen. Es gibt etwa 50 verschiedene Formen von Demenz, die häufigste davon ist die Alzheimer-Krankheit. Schätzungen zufolge ist die Alzheimer-Krankheit mit einem Anteil von circa 60 bis 65 Prozent die häufigste Demenz-Form.

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Autorin: Prof. Dr. med. Kathrin Reetz, Oberärztin Klinik für Neurologie, RWTH Aachen

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