30.07.2020

Welche Ernährung schützt vor Alzheimer-Demenz?

Dank guter Medizin werden wir immer älter; gleichzeitig steigt aber auch das Risiko, an Demenz zu erkranken. Schicksal? Nicht unbedingt. Man kann es ein Stück weit aus eigener Kraft abwenden. Und zwar durch gesunde Ernährung. Sie glauben es vielleicht nicht, wenn Sie sich fragen: Was hat mein Eisbein oder eine Currywurst mit Gedächtnisproblemen zu tun? Aber es ist tatsächlich so, dass man mit seinem Ernährungsverhalten beeinflussen kann, ob später im Leben eine Demenz droht.

Eine spezielle Ernährungsempfehlung, die Demenz mit den gefürchteten Folgen wie Gedächtnis-, Orientierungs- und Selbstständigkeitsverlust verhindern kann, gibt es zwar trotz interessanter wissenschaftlicher Ansätze (noch) nicht. Wohl aber existieren bereits viele Nachweise dafür, dass man zumindest das Risiko zu erkranken wirksam senken kann.

Die gefährlichsten „Steigbügelhalter“ für die Entstehung einer Demenz sind krankhafte Veränderungen im Körper, die lange vor den ersten Symptomen von Gedächtnisschwund entstehen. Es sind jahrzehntelange Veränderungsprozesse vor allem im Blutgefäß-, Immun- und Verdauungssystem, die Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Demenz fördern, und zwar als Folge einer Ernährung, die zu Erhöhung des Blutdrucks, Fettstoffwechselstörungen und hohen Blutzuckerwerten führt. Die Blutgefäße verstopfen und unser Herz bringt nicht mehr die volle Leistung. Das führt auch zur Schädigung des Gehirns, weil es nicht mehr gut mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird. Das heißt, Demenz ist neben anderen möglichen Ursachen letztlich auch späte Folge ungesunden Essens.

Was heute aus der Alzheimer-Forschung als gesichert gilt, ist, dass nicht nur die Zusammensetzung der Mahlzeiten – das heißt z. B.: Wie viel Zucker, welche Fette enthält das Essen, wie hoch ist der Fleisch-, der Gemüse- und Milchprodukteanteil? –, sondern auch die Esskultur in hohem Maße darüber entscheidet, wie der Mensch altert und wie lange er sein Gehirn fit halten kann. Demnach kann man eigentlich sein ganzes Leben lang dafür sorgen, Alterungsprozessen vorzubeugen, indem man sich regelmäßig bewegt und weniger Speisen zu sich nimmt, die Zellen und Organe schädigen und schneller altern lassen. Studien belegen, dass sich bei frühen Anzeichen der Alzheimer-Krankheit Gedächtnisprobleme mithilfe von individuell abgestimmten Ernährungsplänen innerhalb kurzer Zeit sogar wieder zurückdrängen lassen. Deshalb wird von Ernährungsmedizinern und Neurologen eine insgesamt ausgewogene, am besten mediterrane Ernährung empfohlen, die krankhaften Prozessen wie Zelluntergang oder chronischen Entzündungen – wesentliche Ursachen einer Demenz − vorbeugen kann.

Wer sich also vor einer Demenz-Erkrankung schützen will, sollte sich nicht fragen, welches Medikament oder pflanzliche „Wundermittel“ er einnehmen sollte. Vielmehr sollte man darüber nachdenken, wie man durch eine gesunde Lebensweise seinem gesamten Organismus und damit auch seinem Gehirn etwas Gutes tun kann. Neben gut eingestelltem Blutdruck und Blutzuckerwerten im Normbereich, beides wird übrigens nicht unwesentlich durch die Ernährung beeinflusst,kann das vor allem mit gesundem Essen gelingen: mit weniger rotem Fleisch, weniger Zucker, weniger tierischen Fetten und dem Verzicht auf Fertiggerichte, die oft salz- und fettreich sind, außerdem viele Konservierungs- und andere Zusatzstoffe enthalten, dafür mit mehr wertvollen Nahrungsbestandteilen aus der mediterranen Küche, wie frisches Obst, Salat und Gemüse, mehr Fisch als Fleisch, gutes Öl, gesundheitsfördernde Gewürze, Joghurt, Eiweiß aus Soja, Vollkornbrot und Nüsse. Die Palette an gesundheitsfördernden Zutaten ist so vielfältig wie die wohlschmeckenden Gerichte, die man daraus zubereiten kann.

Langsam, bewusst und möglichst in Gesellschaft essen verhindert, zu viel zu essen, und erhöht den Genuss. Ganz einfach. Man braucht nur etwas Zeit (zum Selberkochen), zur Kommunikation beim Essen und die Motivation, gesund alt zu werden.

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