20.10.2020

Mit Vitamin D gegen Drehschwindel

Schwindel ist ein sehr häufiges neurologisches Symptom, das verschiedene Ursachen haben kann. In Schwindel-Spezialsprechstunden wird am häufigsten, und zwar bei fast jedem fünften Schwindel-Patienten, der sogenannte gutartige Lagerungsschwindel diagnostiziert. Zwei von 100 Menschen erkranken im Laufe ihres Lebens daran. Es kommt dann plötzlich und attackenartig zu einem starkem Drehschwindel, der durch Kopf- und Körperbewegungen ausgelöst wird, der aber beim ruhigen Liegen auch wieder zurückgeht. Ursache sind abgelöste „Ohrsteinchen“, kleinste Kalkpartikel, die normalerweise fest im Innenohr verankert sind und unseren Gleichgewichtssinn steuern. Die Ablösung der Ohrsteinchen ist eine Alterserscheinung. Lösen sich diese Partikel, aktivieren sie fälschlicherweise die Gleichgewichtssinneszellen und das Gehirn registriert eine Drehbewegung. Einzige (aber nicht immer erfolgreiche) Behandlungsmöglichkeit war bisher das sogenannte Befreiungsmanöver: Dabei bewegt der Arzt den Kopf des Patienten in einer bestimmten Abfolge, wodurch die „schwindelerregenden“ Steinchen den Weg aus dem Bogengang im Innenohr herausfinden. Oft kommt es aber zu Rückfällen.

Eine neue Studie [1] zeigte, dass die Gabe von Vitamin D solchen Steinchen-Ablösungen im Innenohr und damit dem Drehschwindelattacken effektiv vorbeugen kann. Bei den Patientinnen und Patienten, die nach dem Befreiungsmanöver ein Jahr lang täglich Vitamin D und Calcium eingenommen hatten, kam es deutlich seltener zu einem Rückfall.

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[1] Jeong SH, Kim JS, Kim HJ et al. Prevention of benign paroxysmal positional vertigo with vitamin D supplementation A randomized trial. Neurology 2020; 95: e1117-e1125 doi: 10.1212/ WNL. 0000000000010343 https://n.neurology.org/content/95/9/e1117

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