Informationsveranstaltung zu Ursachen und Therapien am 12.07.2022 in Frankfurt a.M.

„Die Neurologie hat sich in den letzten Jahrzehnten mit hoher Dynamik entwickelt. Die neurologische Forschung gibt zunehmend Aufschluss über die Entstehungsmechanismen von Erkrankungen des Nervensystems und durch dieses Wissen können gezielte Therapieoptionen entwickelt werden“, erklärt Professor Dr. Frank Erbguth, Präsident der Deutschen Hirnstiftung. Anliegen der Deutschen Hirnstiftung ist es, mit unabhängigen wissenschaftlichen Informationen Betroffenen und Angehörigen zu helfen, eine informierte Therapieentscheidung zu treffen. Je informierter die Patientinnen und Patienten sind, desto besser kann es ihnen gelingen, mit der Erkrankung umzugehen und ihre Lebensqualität bestmöglich zu erhalten. Vor allem wenn eine neurologische Krankheit neu auftritt, sind Betroffene häufig sehr verunsichert, fühlen sich stark beeinträchtigt und haben viele offene Fragen. Um diese zu beantworten, bietet die Deutsche Hirnstiftung regelmäßig Veranstaltungen für Patientinnen und Patienten, Angehörige und Interessierte zur ausführlichen Information und zum Gedankenaustausch an.

Die Expertenrunde zum Thema Epilepsie: Informationen aus erster Hand

Epilepsie ist eine der häufigsten chronisch-neurologischen Krankheiten. In Deutschland leben ca. 640.000 Menschen mit Epilepsie. Häufig sind auch Kinder und Jugendliche betroffen, da das Erkrankungsrisiko im Kindesalter am höchsten ist, danach steigt es erst wieder bei Menschen ab 60 Jahre an. Grundsätzlich kann eine Epilepsie aber in jedem Lebensalter auftreten. Bei einer Epilepsie handelt sich um eine durch überaktive Nervenzellen ausgelöste Fehlfunktion des Gehirns. Es werden zwei Hauptformen unterschieden: die generalisierte Epilepsie, bei der das gesamte Gehirn betroffen ist, und die fokale Epilepsie, bei der die Anfälle nur auf ein bestimmtes Gehirnareal begrenzt sind. Durch Signalstörungen zwischen den Nervenzellen kommt es zu epileptischen Anfällen unterschiedlicher Ausprägung. Diese meist vorübergehenden Anfälle können sich als unwillkürliche starke Bewegungsstörungen, Krampfanfälle oder auch Störungen des Bewusstseins manifestieren.

Die Ursachen einer Epilepsie sind so unterschiedlich wie die Symptome: Es gibt genetische Veranlagungen, aber auch das Auftreten von Fieberkrämpfen in der Kindheit, Hirnschädigungen jeder Art, beispielsweise durch Verletzungen, Entzündungen oder einen Schlaganfall, können die Erkrankung auslösen. Verschiedene Risikofaktoren begünstigen die Anfälle – wie beispielsweise der Konsum von Alkohol oder Drogen oder auch Lichtreize – eine umfassende Patientenberatung ist daher das A und O, gerade auch bei jungen Patientinnen und Patienten.

Umfassende Betreuung durch anerkannte Experten – das Epilepsiezentrum Frankfurt Rhein-Main

Seit 2015 versorgt das Epilepsiezentrum Frankfurt Rhein-Main Menschen mit Epilepsie in der Region und weit darüber hinaus – medizinisch und sozial. Denn schwere Formen der Epilepsie haben oft auch einen massiven Einfluss auf den Alltag der Betroffenen. Um Patientinnen und Patienten umfassend beraten und behandeln zu können, arbeitet das Frankfurter Zentrum nicht nur mit zahlreichen Fachgebieten am Universitätsklinikum zusammen, sondern auch mit anderen Krankenhäusern, Praxen oder Fachgesellschaften. Die hohe Expertise des Epilepsiezentrums Frankfurt Rhein-Main wird immer wieder extern bestätigt: So befinden sich auf der vielbeachteten FOCUS-Ärzteliste 2021 gleich mehrere Ärztinnen und Ärzte des Zentrums, unter anderem Direktor Prof. Felix Rosenow und PD Dr. Susanne Schubert-Bast. „Nach bestätigter Diagnose stehen heute verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung und wir raten Betroffenen dazu, sich aktiv zu informieren. Wir freuen uns daher, gemeinsam mit der Deutschen Hirnstiftung die wichtige Informationsveranstaltung auszurichten“, erklärt Prof. Rosenow.

Die Veranstaltung am 12. Juli bietet ein umfassendes Programm: Nach einem kurzen Überblick zur Arbeit der Deutschen Hirnstiftung von Professor Dr. Erbguth wird Professor Dr. Felix Rosenow vom Universitätsklinikum Frankfurt, Leiter des Epilepsiezentrums Rhein-Main, in seinem Vortrag „Was gibt es Neues aus Forschung und Therapie zur Epilepsie?“ über aktuelle Entwicklungen informieren. Diese umfassen die Beratung zu Anfallsrisiken und -auslösern, die Therapie mit anfallshemmenden Medikamenten (Antiepileptika) oder, falls diese nicht helfen (immerhin bei ca. drei von zehn Betroffenen), auch eine epilepsiechirurgische Operation. Privatdozentin Dr. Susanne Schubert-Bast, Oberärztin (Neuropädiatrie und Neurologie) am Universitätsklinikum Frankfurt, spricht danach über Chancen und Risiken bei der Behandlung von Kindern mit Epilepsie. Im Anschluss ist Zeit für die Beantwortung von Fragen der Zuhörerinnen und Zuhörer. Zu den Themen Symptome, Diagnostik, Behandlung, Verhalten bei epileptischen Notfällen bis hin zu praktischen Tipps für das Leben mit Epilepsie stehen Prof. Erbguth, Prof. Rosenow und Frau Dr. Schubert-Bast am 12. Juli mit ihrer fachlichen Expertise Rede und Antwort. Alle Interessierten sind dazu herzlich eingeladen.

Gegen Stigmatisierung von Menschen mit Epilepsie ankämpfen

Professor Erbguth weist neben der Information von Betroffenen und Angehörigen auf ein weiteres Ziel, das die Deutsche Hirnstiftung auch mit dieser Veranstaltung verfolgt. „Wir möchten die Epilepsie auch von ihrem Stigma befreien. Viele Menschen reagieren immer noch hilflos und befremdet und haben oft große Vorurteile gegen Menschen mit Epilepsie. Wir möchten in die Öffentlichkeit tragen, dass eine Epilepsie eine neurologische Erkrankung wie auch Kopfschmerzen oder die Multiple Sklerose ist und Vorbehalte gegenüber Betroffenen daher völlig fehl am Platz sind.“

Die Veranstaltung findet statt im Universitätsklinikum Frankfurt, Haus 22 | Hörsaal, Theodor-SternKai 7, 60590 Frankfurt am Main. Die Patientenveranstaltungen der Deutschen Hirnstiftung stehen grundsätzlich jedem offen und sind kostenfrei. Aufgrund begrenzter Platzkapazität ist es aber in jedem Fall ratsam, sich vorab anzumelden unter https://hirnstiftung.org/veranstaltungen/2022frankfurt . Dort finden Sie auch das detaillierte Veranstaltungsprogramm.