Wie versorgt man neurologisch schwer Erkrankte mit begrenzter Lebenserwartung am besten? Dazu gibt es umfangreiche medizinische Empfehlungen. Diese wurden jetzt mit der Patienten-Leitlinie „Neuropalliative Versorgung“ in eine verständliche Form für Erkrankte und Angehörige übersetzt. Finanziert haben das die Deutsche Hirnstiftung, Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) und Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP).

    Gut informiert entscheiden

    Die Empfehlungen der Patienten-Leitlinie sollen Erkrankten und Angehörigen helfen, sich aktiv an medizinischen Entscheidungen zu beteiligen. Denn Menschen mit schweren Erkrankungen des Nerven- und Muskelsystems leiden oft unter starken Beeinträchtigungen wie Lähmungen, kognitiven Störungen oder Kommunikationsschwierigkeiten. Vielfach besteht so lange vor der Sterbephase dringender Bedarf für eine neuropalliative Versorgung.

    Neuropalliativ ganzheitlich versorgt

    Ziel der neuropalliativen Versorgung ist es, die Lebensqualität der Erkrankten umfassend zu verbessern. Dies erreicht man durch Lindern von Schmerzen und anderen körperlichen Problemen, psychische Unterstützung sowie Hilfe für das soziale Umfeld und bei Sinnfragen.

    Betreuungsbedarf steigt

    Obwohl in den letzten Jahren Fortschritte in der neurologischen Therapie (etwa bei Multipler Sklerose, Schlaganfall oder Parkinson) erzielt wurden, nimmt der Bedarf an palliativ-medizinischer Versorgung stetig zu. Weltweit leben heute etwa eine Milliarde Menschen mit einer neurologischen Erkrankung. Die meisten davon sind unheilbar, fortschreitend und verkürzen die Lebenszeit.