Gedächtnisprobleme, Konzentrationsstörungen und Erschöpfung belasten einige Menschen nach einer Corona-Infektion auch über längere Zeit, Long-COVID genannt. Doch auch wenn eine Therapie noch fehlt, gibt es drei Jahre nach der Infektion deutliche Zeichen der Erholung bei vielen Betroffenen.

Untersucht wurden dazu 51 Menschen mit Long-COVID sowie 23 gesunde Kontrollpersonen. Den Start der Untersuchung hatte 2021 der spendenfinanzierte Forschungspreis der Hirnstiftung als Anschubfinanzierung mit 5.000 Euro unterstützt.

Auf Basis der damit gesammelten Daten konnten die Preisträgerinnen Dr. Julia Walders und Dr. Ana Costa von der Uniklinik RWTH Aachen sowie Dr. Anna Hofmann von der Uniklinik Tübingen weitere Fördermittel von mehr als 230.000 Euro bei der Else Kröner-Fresenius-Stiftung einwerben.

Zu Beginn der Studie fand man in der Hirnstruktur und Hirnfunktion der Long-COVID-Betroffenen zunächst Veränderungen, die mit anhaltender Erschöpfung und eingeschränkter geistiger Leistungsfähigkeit zusammenhingen.

Symptome bilden sich bei Long-COVID meist zurück

Entscheidend war jedoch der weitere Verlauf. Die Forschungsarbeit zeigt, dass nach drei Jahren die Erschöpfung bei den meisten Erkrankten nur noch leicht ausgeprägt war. Wenige erfüllten weiterhin die Kriterien eines Erschöpfungssyndroms.

Zudem fanden sich keine Hinweise auf anhaltende Immunentzündungen im Nervensystem. Auch Anzeichen eines fortschreitenden Abbaus von Nervenzellen blieben aus. Das bedeutet: Im Gehirn hatte die Infektion nichts dauerhaft beschädigt.

Folgen von COVID-19 besser verstanden

Mit diesen Ergebnissen hat der Untersuchung wesentlich dazu beigetragen, die Auswirkungen von COVID-19 auf das Gehirn besser zu verstehen. Viele Forschungsfragen bleiben aber offen. Als Nächstes gilt es genauer festzustellen, wie die Genesung abläuft, und Wege zu finden, um sie zu beschleunigen.

Für die Studie wurden die Teilnehmenden über drei Jahre hinweg regelmäßig untersucht. Neben ärztlichen Bewertungen kamen neuropsychologische Tests zum Einsatz, mit denen geistige Leistungen systematisch gemessen wurden. Hinzu kamen Blutuntersuchungen sowie bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanz-Tomographie (MRT).

Veröffentlicht wurde die Forschungsarbeit unter dem Titel Evidence of clinical and brain recovery in post-COVID-19 condition: a three-year follow-up studyÖffnet in neuem Tab.

Mehr: Long-/Post-COVID

Unterstützen Sie mit uns die Forschung!

Mit einer Spende fördern Sie unseren jährlichen Forschungspreis und unterstützen den wissenschaftlichen Nachwuchs. Ab 200 Euro stellen wir gerne eine Spenden-Bescheinigung aus.