Geschlecht, Sexualität und der Umgang damit – das ist auch bei neurologischen Krankheiten von Bedeutung. Neue Erkenntnisse für den medizinischen Alltag vermittelte unser Symposium „Let’s talk about sex!“ am 13. November im Rahmen des Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN).

Tabus und Scham beim Thema Sex

Den Auftakt machte Prof. Dr. Frank Erbguth, Präsident der Deutschen Hirnstiftung, mit seinem Vortrag „Let’s talk ist nicht so easy“. Er gab Antworten auf die Frage, wie man bei sexuellen Themen Tabus und Scham in der Arzt-Patienten-Kommunikation überwinden kann. Dabei beleuchtete er auch die interkulturelle Perspektive, wenn Betroffene und Arzt oder Ärztin aus verschiedenen Kulturen kommen.

Prof. Dr. Frank Erbguth © Deutsche Hirnstiftung

Multiple Sklerose, Morbus Parkinson und Epilepsie

Bei welchen neurologischen Krankheiten spielen Geschlecht und Sexualität besonders eine Rolle? Diesem Thema widmete sich Prof. Dr. Lars Timmermann, Direktor der Uniklinik für Neurologie in Marburg, in seinem Vortrag „Einfluss auf die Sexualität durch neurologische Erkrankungen und ihre Medikation“. In den Mittelpunkt stellte er dabei die Krankheiten Multiple Sklerose, Parkinson und Epilepsie.

Prof. Dr. Lars Timmermann © Deutsche Hirnstiftung

PMDS: Hype oder neurobiologische Fakten?

Auf eine viel diskutierte Erkrankung ging Prof. Dr. Stephanie Krüger ein. Sie ist Leiterin der Departments für Seelische Gesundheit am Vivantes Humboldt Klinikum und am Klinikum Spandau in Berlin. Ihr Thema war „Das prämenstruelle Gehirn: Charakteristika der prämenstruellen dysphorischen Störung (PMDS)“ – eine schwere Form des prämenstruellen Syndroms (PMS), die durch ausgeprägte psychische Symptome geprägt ist.

Prof. Dr. Stephanie Krüger © Deutsche Hirnstiftung

Gender Matters

Einen weiteren informativen Vortrag hielt Prof. Dr. Kathrin Reetz, Präsidentin der Deutschen Hirnstiftung. Unter der Überschrift „Gender Matters“ standen hier geschlechterspezifische Unterschiede bei neurologischen Erkrankungen im Mittelpunkt. Dabei ging sie detaillierter auf die Bereiche Forschung, Symptomatik, Diagnostik und Therapie ein.

Prof. Dr. Kathrin Reetz © Deutsche Hirnstiftung

Forschungspreis der Hirnstiftung 2025

Den Abschluss der Veranstaltung bildeten die Verleihung des diesjährigen Forschungspreises der Deutschen Hirnstiftung und ein Vortrag des Preisträgers PD Dr. Ali Maisam Afzali aus München. Er erforscht die Wirkungsmechanismen der Substanz Tolebrutinib, die progressive Multiple Sklerose (MS) bremsen kann, und möchte damit eine Basis für gezieltere Therapien schaffen.

Mehr erfahren: Forschungspreis 2025 zeichnet Beitrag für MS-Therapien aus