Neurologische Erkrankungen wie Schlaganfall, Demenz und Parkinson zählen zu den großen gesundheitlichen Herausforderungen unserer Zeit. Umso wichtiger ist die frühzeitige Prävention. Eine bundesweite Schulaktion der Deutschen Hirnstiftung und der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) zeigt, wie junge Menschen für Hirngesundheit sensibilisiert werden können – und erhält dabei prominente politische Unterstützung durch die Schirmherrschaft der sächsischen Gesundheitsministerin Petra Köpping.

Deutschlandweit leben viele Menschen mit neurologischen Erkrankungen – und Prognosen gehen von einem weiteren Anstieg in den kommenden Jahren aus. Beispielsweise soll die globale Krankheitslast durch Schlaganfälle bis 2050 um fast 50 Prozent ansteigen [1] und nach Angaben des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) könnte sich die Zahl der Menschen, die in Deutschland mit einer Demenz leben, von heute 1,8 auf 2,3 Millionen im Jahr 2040 erhöhen.

Gesunder Lebensstil senkt Risiko deutlich

Diese Entwicklungen lassen aufhorchen und zeigen, wie wichtig Prävention ist. „Für viele neurologische Krankheiten – von Migräne über Schlaganfälle bis hin zur Demenz – werden die Weichen bereits früh in der Kindheit gestellt: Das Risiko dieser Krankheiten lässt sich durch einen gesunden Lebensstil deutlich senken“, erklärt Prof. Dr. Frank Erbguth, Präsident der Deutschen Hirnstiftung.

Entsprechend freut sich Erbguth, dass die „Brain Health School Challenge“ nun prominente politische Unterstützung aus Sachsen erhält. Die Staatsministerin für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt Petra Köpping hat die Schirmherrschaft übernommen. Sie hebt an dieser Aktion besonders hervor, „wie Bildung, Prävention und Kreativität zusammenwirken können“.

„Was kannst du tun, damit dein Gehirn fit bleibt?“

Um Kinder und Jugendliche für die Bedeutung der Hirngesundheit zu sensibilisieren und Wissen darüber zu vermitteln, was zuträglich ist und was Gehirn und Nerven schädigt, wurden Schulklassen bei der Challenge dazu aufgerufen, sich mit der Frage „Was kannst du tun, damit dein Gehirn fit bleibt?“ auseinanderzusetzen und Kreativarbeiten einzureichen, z. B. als Poster, Kurzvideo, Song, Comic oder in anderen Formaten.

Das Projekt sollte überzeugend darstellen, warum Gehirngesundheit wichtig ist und was bereits junge Menschen dafür tun können. Die besten Projekte jeder Alterskategorie werden von einer Expertenjury bewertet. Die Siegerehrung und eine abschließende Feier finden am 13. Juni 2026 in Berlin im Hörsaal für Neurologie der Charité-Universitätsmedizin statt.

Prävention von Hirnerkrankungen ist in der Tat schon etwas für „junge Köpfe“. Zu nennen sind ausreichend Schlaf, gesunde Ernährung, viel Bewegung, Schutz vor Kopftraumata – und Ruhephasen, auch vom Handy. „Denn Social Media kann ein Stressfaktor sein“, erklärt Prof. Dr. Frank Erbguth.

Sport als „Hirnbooster“

Sport hingegen sei ein „Hirnbooster“. Er reduziert Entzündungen und oxidativen Stress und schüttet schützende Botenstoffe aus. Er kurbelt den Stoffwechsel an, auch im Gehirn, sorgt nebenbei für ein gesundes Körpergewicht und schützt vor Erkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck, die Risikofaktoren für die Gesundheit des Gehirns und der Nerven sind.

Ein weiterer Aspekt der Kampagne sei zudem, so Erbguth, Schülerinnen und Schüler auf die negativen Auswirkungen von Genussmitteln auf das Gehirn hinzuweisen, deren Konsum oft im Schulalter beginnt: Drogen wie Lachgas und Alkohol, aber auch übermäßig viel Zucker.

Fachwissen, Teamgeist, gesellschaftliches Bewusstsein

Ministerin Köpping hebt hervor, dass es Projekte wie die „Brain Health School Challenge“ sind, die bei jungen Menschen den Grundstein für Gesundheitskompetenz legen. Doch auch einen zweiten Aspekt betont sie: „Kreativwettbewerbe wie dieser stärken nicht nur Fachwissen, sondern auch Teamgeist und gesellschaftliches Bewusstsein.“ Die Ministerin drückt allen teilnehmenden Klassen die Daumen – insbesondere natürlich jenen aus dem Freistaat.

[1] Pragmatic solutions to reduce the global burden of stroke: a World Stroke Organization-Lancet Neurology CommissionÖffnet in neuem Tab

[2] Faktenzentrale: Demenz

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