Fall des Monats
Susan K. wacht nachts mit starken Schmerzen am Oberkörper auf. Ihr erster Gedanke: ein Herzinfarkt. Gleich am Morgen geht er zu ihrer Hausärztin. Die gibt Entwarnung und schickt sie zum Orthopäden. Doch auch der kann nichts feststellen und die Schmerzen werden nicht besser. Erst als sich bei Susan K. nach einigen Tagen ein Streifen von juckenden und schmerzenden Pusteln auf der Haut bildet, wird klar: Es handelt sich um eine Gürtelrose.
Nervenschmerzen ernst nehmen
Oft werden die Hautprobleme bei einer Gürtelrose von sehr unangenehmen Nervenschmerzen begleitet. Bei den meisten Menschen heilen die Symptome nach einigen Wochen von selbst ab. „Trotzdem sollte man sie frühzeitig behandeln“, sagt Dr. Wolf-Oliver Krohn, Neurologe und Patientenberater der Deutschen Hirnstiftung. So lassen sich die Beschwerden verkürzen und verhindern, dass die Nervenschmerzen monatelang anhalten. Bei 10 Prozent der Gürtelrose-Fälle kommt es leider dazu.
Gürtelrose konsequent behandeln

Für die Behandlung der Infektion und der Haut gibt es verschiedene Medikamente, die Betroffene konsequent einnehmen sollten. „Vorsorgen lässt sich mit einer Impfung“, so Krohn. Das Robert-Koch-Institut (RKI) empfiehlt sie für Menschen über 60 Jahre. Mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes, die das Immunsystem beeinträchtigen können, sollte man sich ab 50 Jahre impfen lassen. Die Impfung verringert dem RKI zufolge das Risiko für ein Auftreten der Gürtelrose im Laufe des Lebens von 33 auf drei Prozent. Sie schützt damit auch viele Menschen gegen die typischen Nervenschmerzen.
Auch andere Körperteile können betroffen sein
Gürtelrose kann neben dem Oberkörper und Rumpf auch an Armen und Beinen vorkommen. Ebenfalls betroffen können das Gesicht mit den Augen sowie Ohren und Gesichtsnerv sein. In einigen Fällen kommt es auch zu einer Gürtelrose ohne Ausschlag und Bläschen. Die Symptome bestehen dann nur aus Schmerzen in einem umgrenzten Bereich der Haut und Sensibilitätsstörungen. Neurologe Krohn: „Die Gürtelrose lässt sich dann im Blut über Antikörper gegen das Virus feststellen.“
Weiterlesen: Gürtelrose: Symptome, Ursachen und Behandlung
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