Schlafstörungen
Störungen des Schlafs können den Alltag massiv beeinträchtigen. Eine Heilung ist oft nicht möglich, doch mit passenden Maßnahmen lassen sich Schlafqualität und Wohlbefinden verbessern.
Autor: Prof. Dr. Peter Young, Ärztlicher Direktor, Chefarzt der Klinik für Neurologie Medical Park Bad Feilnbach Reithofpark, Klinik für Neurologie
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Häufige Fragen
Was ist die häufigste Schlafstörung?
Schlaflosigkeit (Insomnie) und zu wenig Schlaf (Hyposomnie) sind die häufigsten Arten der Schlafstörungen. Häufig tritt eine Einschlafstörung auf, manchmal auch eine kombinierte Ein- und Durchschlafstörung ggf. mit morgendlichem Früherwachen. Mehr erfahren
Was hilft bei Schlafstörungen wirklich?
Bei Schlafstörungen helfen vor allem eine gute Schlafhygiene und Verhaltensanpassungen wie ein fester Schlafrhythmus, die Vermeidung von stimulierenden Substanzen und eine entspannende Abendroutine. Mehr erfahren
Was fehlt dem Körper bei Schlafstörungen?
Bei Schlafstörungen fehlen dem Körper vor allem Erholung und Regeneration, aber auch wichtige Nährstoffe wie Magnesium, Vitamin D, B-Vitamine (insbesondere B6) und L-Tryptophan, die für die Produktion des Schlafhormons Melatonin benötigt werden. Mehr erfahren
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Symptome
Typisch sind Tagesmüdigkeit, Einschlafprobleme oder nächtliche Unruhe.
Test. Wichtiges Leitsymptom ist die Erschöpfung am Tag, die zum Teil verbunden ist mit ausgeprägter Tagesschläfrigkeit und dem Gefühl des unerholsamen Nachtschlafs. Die unterschiedlichen Schlafstörungen können andere schlafbezogene Symptome zeigen wie z.B. nächtliches Schnarchen, nächtliche Atempausen oder eine nächtliche Bewegungsunruhe. Für die häufigste Schlafstörung überhaupt, die chronische Ein- und Durchschlafstörung, sind das nächtliche Wachliegen oder das erschwerte Einschlafen mit dem morgendlichen Gefühl, möglicherweise sehr wenig oder gar nicht geschlafen zu haben, typisch.

Ursachen
Schlafstörungen entstehen durch Veranlagung, äußere Faktoren oder als Begleiterscheinung anderer Krankheiten.
Schlafstörungen haben sehr unterschiedliche Ursachen. Sie können anlagebedingt sein. Es gibt aber auch die Kombination von genetischen Ursachen mit äußeren Faktoren wie Übergewicht, z. B. für die schlafbezogenen Atmungsstörungen. Schlafstörungen können auch bei anderen Erkrankungen als Begleitsymptom oder Folgestörung auftreten wie bei Depressionen oder neurologischen Erkrankungen.

Risikofaktoren
Alter, Übergewicht, männliches Geschlecht und Vorerkrankungen erhöhen das Risiko für Schlafprobleme.
Die wichtigsten Risikofaktoren für die häufigen schlafbezogenen Atmungsstörungen sind hohes Lebensalter, männliches Geschlecht, Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bei der Narkolepsie spielen vorhergegangene Infekte eine Rolle. Bei den schlafbezogenen Atmungsstörungen (Schlafapnoe) sind Präventionsmaßnahmen wie eine Normalisierung des Gewichts, die Korrektur von Gefäßrisikofaktoren sowie regelmäßige körperliche Bewegung entscheidend. Für die große Gruppe von Ein- und Durchschlafstörungen gilt ein regelmäßiger Schlaf-wach-Rhythmus mit ausreichender körperlicher Bewegung als Präventionsmaßnahme.

Verlauf
Schlafstörungen sind häufig chronische Erkrankungen, die in der Regel eine dauerhafte Therapie, sei es medikamentös, apparativ oder verhaltenstherapeutisch, benötigen.
Diagnose
Die Diagnose erfolgt durch ein ausführliches Gespräch und, wenn nötig, durch Schlafmessungen zu Hause oder im Schlaflabor.
Die wichtigsten diagnostischen Möglichkeiten für die Diagnose einer Schlafstörung sind das Gespräch und die sorgfältige Anamneseerhebung. Als technische Hilfsmittel dienen Screeningverfahren auf das Vorliegen von Schlafapnoe (sog. Polygraphie), die Schlaflaboruntersuchung, in der eine Schlafableitung (sog. Polysomnographie) kombiniert wird mit Bewegungsmessungen (Aktimetrie). Blut- und Nervenwasseruntersuchungen können bei einigen seltenen Schlafstörungen diagnostisch notwendig werden (z. B. Narkolepsie).

Therapie und Behandlung
Je nach Ursache helfen Verhaltenstherapie, Atemgeräte oder Medikamente gegen die Schlafstörung.
Aufgrund der unterschiedlichen Formen von Schlafstörungen gibt es auch unterschiedliche Therapiemöglichkeiten. Die schlafbezogenen Atmungsstörungen werden durch apparative Therapien, wie z. B. Atmungsgeräte mit sogenannter Maskenatmung, behandelt. Bei der großen Gruppe der Insomnien (chronische Ein- und Durchschlafstörungen) werden eine kognitive Verhaltenstherapie und nur vorübergehend auch Medikamente eingesetzt. Für zahlreiche seltene Schlafstörungen gibt es sehr spezifische Therapieverfahren, die in schlafmedizinischen Zentren zur Verfügung stehen.

Aussicht auf Heilung
Schlafstörungen sind meist nicht heilbar, lassen sich aber mit Therapie gut lindern.
Die allermeisten Schlafstörungen sind chronische Erkrankungen, bei denen eine tatsächliche Heilung nicht möglich sind. Die Therapien sind fast ausnahmslos symptomatische Therapien, d. h., durch medikamentöse Behandlungen, apparative Behandlungen oder psychotherapeutische und verhaltenstherapeutische Maßnahmen werden die Symptome der Erkrankung gemildert und das Leben mit der Erkrankung wird erleichtert.

Alltag
Unterstützung durch Selbsthilfegruppen sowie ein bewusster Umgang mit der Schlafstörung kömnen die Lebensqualität deutlich verbessern.
Ein wichtiger Faktor für den Umgang mit Schlafstörungen im Alltag ist die Erkenntnis, dass es sich um eine relevante Erkrankung und nicht um eine Befindlichkeitsstörung handelt. Patienten mit Schlafstörungen müssen sich bewusst mit ihrer Tagesschläfrigkeit auseinandersetzen, da hiervon ihre Leistungsfähigkeit und ihr Wohlbefinden abhängen. Es gibt verschiedene Selbsthilfegruppen, die bei den unterschiedlichen Schlafstörungen Hilfestellung bieten.

Zusammenfassung
Hier finden Sie das Wichtigste auf einen Blick. Ausführliche Informationen haben wir weiter unten zusammengestellt.
Häufigkeit – Etwa 15 % der Weltbevölkerung leiden unter chronischen Schlafstörungen. Es werden 80 Formen von Schlafstörungen unterschieden.
Hauptsymptome – Hauptsymptome sind das Gefühl des nicht erholsamen Nachtschlafs, eine ausgeprägte Tagesschläfrigkeit oder eine starke Tageserschöpfung.
Diagnostik – Schlafstörungen werden durch eine ausführliche Anamnese, in der die Schlafgewohnheiten, die Schlafumstände und die am Tag bestehenden Symptome erfragt werden, diagnostiziert. Technische Verfahren wie die Schlafableitung zu Hause (sog. Polygraphie) oder die Schlafableitung im Schlaflabor (sog. Polysomnographie) kommen gezielt zur Anwendung.
Behandlung – Die Behandlung orientiert sich an der Art der Schlafstörung. So werden Medikamente z. B. bei der Narkolepsie, Atemgeräte bei nächtlichen Atmungsaussetzern wie dem Apnoe-Syndrom oder eine Verhaltenstherapie bei der chronischen Ein- und Durchschlafstörung eingesetzt.
Wichtig zu beachten – Schlafstörungen werden häufig als Befindlichkeitsstörungen verkannt. Dadurch können sich eine angemessene Diagnose und Behandlung verzögern.
Ausführliche Informationen finden Sie im Text weiter unten oder im folgenden Video (in der Computer-Ansicht rechts oben zu sehen). 🎬 Das Video ist der Mitschnitt einer Online-Veranstaltung der Deutschen Hirnstiftung für Betroffene und Interessierte.
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