Polymyalgia rheumatica
Typische Beschwerden wie symmetrische Muskelschmerzen oder Missempfindungen prägen das Bild von Polymyalgia Rheumatica. (entzündliches Muskelrheuma). Eine Heilung ist selten, doch gezielte Therapien helfen, den Alltag zu erleichtern.
Autor: Prof. Dr. med. Benedikt Schoser, Friedrich-Baur-Institut, Neurologische Klinik, LMU Klinikum München

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Häufige Fragen
Was sind die Hauptsymptome der Polymyalgia Rheumatica?
Typisch sind Muskelschmerzen und Steifheit in den Schultern und/oder Hüften sowie im Nacken. Eine ausgeprägte Morgensteifigkeit, die mehr als 60 Minuten anhalten kann, ist ein weiteres Hauptsymptom. Mehr erfahren
Wie unterscheidet sich PMR von anderen Krankheiten?
PMR kann ähnliche Symptome wie eine rheumatoide Arthritis aufweisen und muss manchmal davon abgegrenzt werden.
Besteht ein Zusammenhang mit der Riesenzellarteriitis?
Die Polymyalgia Rheumatica kann zeitgleich oder in Verbindung mit einer Riesenzellarteriitis auftreten. Einige Experten vermuten sogar, dass es sich um zwei Formen derselben Erkrankung handeln könnte. Mehr erfahren
Wie kann PMR den Alltag einschränken?
Die Schmerzen und die Steifheit können alltägliche Aufgaben wie Aufstehen, Anziehen oder das Heben der Arme erschweren. Es kann auch zu allgemeiner Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust kommen. Mehr erfahren
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Symptome
Polymyalgia rheumatica verursacht plötzlich auftretende Muskelschmerzen und Steifigkeit vor allem im Schulter-, Nacken- und Hüftbereich.
Die Polymyalgia rheumatica zeichnet sich durch das akute Auftreten von Muskelschmerzen des Schulter-Nacken- und ggf. auch der Beckengürtelmuskulatur aus. Oft bestehen nicht nur Schmerzen, sondern auch eine ausgeprägte Steifigkeit und Schwäche in den jeweiligen Muskeln.
Die Betroffenen haben Schwierigkeiten, am Morgen die Arme zu heben, oder es zeigt sich ein schmerzhaft verlangsamtes Gangbild mit Muskelschmerzen beim Treppensteigen. Zusätzliche Symptome können Nackenschmerzen sein, gelegentlich auch leichte Schwellungen der Hand- und einzelner Fingergelenke.

Ursachen
Die genaue Ursache der Polymyalgia rheumatica ist unklar, vermutet wird jedoch eine Gefäßentzündung.
Die eigentliche Ursache ist weiter unbekannt, aber eine Gefäßentzündung spielt entscheidend mit. Es gibt Hinweise auf einen infektiösen Auslöser. Die Schmerzen werden durch eine Kombination von Gelenkentzündung (Arthritis), Sehnenentzündung (Tendosynovitis) und Entzündung der Sehnen und Bandansätze (Enthesitis) verursacht.
Wahrscheinlich handelt es sich um ein Zusammenspiel zwischen einer erhöhten genetischen Veranlagung und bestimmten Umweltfaktoren, die das Entstehen der Erkrankung begünstigen.

Risikofaktoren
Ein ungesunder Lebensstil kann das Risiko für die Enstehung der Polymyalgia Rheumatica erhöhen.
Ein eindeutiges Risikoprofil für das Auftreten einer Polymyalgia rheumatica gibt es abgesehen vom Alter nicht. Um andere Erkrankungen, die Polymyalgia rheumatica typische Symptome zeigen, zu vermeiden, sollten Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Diabetes gut eingestellt sein.
Das Einhalten einer ausgewogenen Ernährung und ausreichend Bewegung in höherem Lebensalter zeigen positive Effekte auch bei der Polymyalgia rheumatica.

Verlauf
Die Symptome setzen akut ein und können sich bei jedem Patienten individuell entwickeln.
Der Krankheitsverlauf ist in den meisten Fällen akut einsetzend und bei jedem Patienten sehr individuell. Das Alter bei Erkrankungsbeginn und zusätzlich bestehende Begleiterkrankungen haben besonderen Einfluss auf den Krankheitsverlauf.
Durch die zeitgerechte Kortikosteroid-Therapie kommt es bei einem großen Anteil der Patienten etwa nach 6 bis 9 Monaten zur Ausheilung.

Diagnose
Durch eine körperliche Untersuchung sowie ergänzende Labortests und Bildgebung lässt sich ein Bild der Erkrankung gewinnen.
Die Polymyalgia rheumatica kann in aller Regel durch die körperliche Untersuchung eines Neurologen oder Rheumatologen sowie die Bestimmung von Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit und C-reaktivem Protein festgestellt werden.
Unterstützend kann eine Ultraschalluntersuchung großer Gelenke und der Temporal-Arterie durchgeführt werden.

Therapie und Behandlung
Eine Therapie mit Kortikosteroiden kann schon nach 24 Stunden ein Linderung der Symptome bewirken.
Die Polymyalgia rheumatica kann medikamentös sehr gut behandelt werden. Es existieren verschiedene Medikamente für jedes Stadium der Polymyalgia rheumatica. Reicht z.B. die initiale Kortikosteroid-Therapie mit Tabletten nicht aus, können weitere Therapieverfahren wie Langzeitimmunsuppressiva eingesetzt werden.
Oft besteht schon 24 Stunden nach Ersteinahme eines Kortikosteroids Beschwerdefreiheit. Die nicht-medikamentöse Therapie umfasst die physiotherapeutische Behandlung.

Aussicht auf Heilung
Die Polymyalgia Rheumatica kann bei frühzeitiger Erkennung sehr gut behandelt werden.
Die Polymyalgia rheumatica kann geheilt werden. Die Erkrankung kann, wenn sie früh erkannt wird, sehr gut behandelt werden und die medikamentösen Therapieoptionen können die individuellen Symptome des Patienten zielgerecht adressieren. Unterstützt wird dies durch eine Physiotherapie.

Alltag
Orientierung, fachliche sowie emotionale Unterstützung bietet der soziale Umfeld sowie Platformen wie die Hirnstiftung.
Die Diagnose der Polymyalgia rheumatica stellt den Patienten zunächst vor viele vorübergehende Herausforderungen, da eine akute schmerzhafte Muskelsteifigkeit und Schwäche vorliegt. Was bedeutet das genau für mich und uns? Kann ich weiterarbeiten? Bin ich eingeschränkt in meinem täglichen Leben?
Unterstützung bei der Klärung dieser Fragen bietet Ihnen neben Ihrem behandelnden Neurologen die Deutsche Hirnstiftung.

Zusammenfassung
Hier finden Sie das Wichtigste auf einen Blick. Ausführliche Informationen haben wir weiter unten zusammengestellt.
Häufigkeit – Im Alter ab 50 Jahren gibt es ca. 50.000 Betroffene in Deutschland mit 13-15 Neuerkrankungen auf 100.000 Einwohner in Europa. Es sind mehr Frauen als Männer betroffen.
Hauptsymptome – Charakteristische Symptome der Polymyalgia rheumatica (entzündliches Muskelrheuma) sind symmetrische Muskelschmerzen, typischerweise in der Nacht und frühmorgens, im Schultergürtel und in den Oberarmen, in der Gesäß- und Beckenmuskulatur sowie in den Oberschenkeln. Die Betroffenen fühlen sich krank und haben Gliederschmerzen.
Diagnostik – Die Polymyalgia rheumatica kann durch die körperliche Untersuchung eines Neurologen oder Rheumatologen diagnostiziert werden. Erforderlich ist die Bestimmung der Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit (BSG) und des C-reaktiven Proteins (CRP). Zum Ausschluss anderer Erkrankungen ist eine Ultraschalluntersuchung großer Gelenke und der Arteria temporalis ratsam.
Behandlung – Vorwiegend werden medikamentöse Therapie mit Kortikoiden angewendet.
Wichtig zu beachten – Die Polymyalgia rheumatica ist eine schmerzhafte Erkrankung der Muskulatur (Muskelrheuma) im Alter über 50 Jahre. Wichtig zur Diagnosestellung sind die Beobachtung des Patienten, der klinische Untersuchungsbefund mit Ausschluss anderer Erkrankungen und die Bestimmung der Entzündungsparameter aus dem Blut.
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