Häufige Fragen

Was ist der Auslöser einer Hirnblutung?

Eine Hirnblutung tritt auf, wenn ein Blutgefäß im Gehirn reißt und Blut in das umliegende Gewebe austritt. Die häufigste Ursache für eine Hirnblutung ist ein zu hoher Blutdruck, der die Hirngefäße schädigt. Ebenso können Hirngefäß-Fehlbildungen eine Blutung verursachen. Mehr erfahren

Kann man sich von einer Hirnblutung erholen? Wie hoch ist die Überlebenschance?

Bei schweren Blutungen oder verzögerter Behandlung überleben nur 5 von 10Öffnet in neuem Tab Betroffenen eine Hirnblutung. Wer die akute Phase übersteht, hat gute Chancen, sich teilweise oder sogar vollständig zu erholen. Das hängt stark vom Ausmaß der Schäden ab. Mehr erfahren

Ist eine Hirnblutung ein Schlaganfall?

Ja, eine Hirnblutung ist eine Form des Schlaganfalls. Man nennt sie auch hämorrhagischer Schlaganfall. Häufiger sind Schlaganfälle, der durch eine Durchblutungsstörung verursacht werden (ischämischer Schlaganfall). Mehr zu Schlaganfall

Kann eine Hirnblutung erneut auftreten?

Ja, insbesondere wenn man Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder Fehlbildungen von Gefäßen nicht behandelt. Eine ungesunde Lebensweise und zu wenig ärztliche Kontrollen solcher Faktoren erhöhen das Risiko ebenfalls. Mehr erfahren

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Symptome

Wer Symptome einer Hirnblutung bemerkt, sollte sofort den Notruf 112 wählen.

Bis zu 24.000 MenschenÖffnet in neuem Tab erleiden in Deutschland jedes Jahr eine Hirnblutung. Diese treten oft schlagartig auf und können mit verschiedenen neurologischen Ausfällen einhergehen:

  • halbseitige Lähmungen
  • Sprach- und Sehstörungen
  • starke Kopfschmerzen
  • starker Schwindel und Verwirrtheit
  • Verlust des Bewusstseins

So erkennen Sie bei anderen Personen eine Hirnblutung:

  • Ist sie unfähig, auch nur kurze Zeit frei zu stehen?
  • Hängt ein Mundwinkel herab, wenn die betroffene Person lächelt?
  • Kann sie beide Arme heben oder einen Satz nachsprechen?
  • Sieht sie Doppelbilder? Hat sie eine verwaschene Aussprache oder Taubheitsgefühle im Gesicht oder Arm?

Weitere Symptome finden in unserem Text zu Schlaganfall.

Ursachen

Die häufigsten Auslöser für Hirnblutungen sind Bluthochdruck und Fehlbildungen an Blutgefäßen im Gehirn.  

Bei einer Hirnblutung ist ein Blutgefäß gerissen oder geplatzt und Blut tritt in das umliegende Gehirngewebe aus (hämorrhagischer Schlaganfall). Ursache dafür sind meist geschwächte Gefäßwände.

  • Der Grund für geschwächte Gefäßwände ist in 7 von 10 FällenÖffnet in neuem Tab ein anhaltend hoher Blutdruck. Er belastet die Wände, was sie mit der Zeit spröde und anfällig für Risse macht.
  • Einige Menschen haben seit der Geburt Fehlbildungen an Blutgefäßen, wodurch die Gefäßwände geschwächt sind.

Zu den häufigsten Fehlbildungen gehören:

  • Knäuel aus Blutgefäßen (Angiome)
  • fehlerhafte Verbindungen zwischen Gefäßen (Fisteln)
  • Ausbuchtungen der Gefäßwand, die reißen können (Aneurysmen)
  • kleine, blutgefüllte Gefäße, die reißen können (Kavernome)

Ein plötzlicher Anstieg des Blutdrucks kann dann dazu führen, dass geschwächte Gefäße unter dem Druck reißen. Grund dafür kann zum Beispiel sein, dass blutdrucksenkende Medikamente nicht wie verschrieben eingenommen wurden.

Risikofaktoren

Es gibt zahlreiche Faktoren, warum eine Hirnblutung bei einigen Menschen häufiger auftritt als bei anderen. Das sind vor allem:  

  • Nikotin- und übermäßiger Alkoholkonsum
  • Übergewicht und wenig Bewegung
  • Diabetes mellitus
  • blutverdünnende Medikamente
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Verlauf

Der Verlauf einer Hirnblutung gliedert sich in drei Phasen.

Akute Phase (Minuten bis Stunden)

In dieser Phase besteht die größte Gefahr für schwerwiegende Komplikationen. Je nach betroffener Hirnregion können verschiedene neurologische Ausfälle auftreten. Dazu gehören Taubheitsgefühle, Lähmungen, Sprachstörungen, Sehstörungen sowie Bewusstseinsstörungen.

Die möglichen Bewusstseinsstörungen reichen abhängig von Ort und Ausmaß der Hirnblutung von leichter Benommenheit bis hin zum Koma. Betroffene wirken dann nicht mehr vollständig wach und orientiert, reagieren verlangsamt oder sind nur schwer ansprechbar.

Unmittelbar nachdem das Gefäß eingerissen ist, breitet sich das Blut im Hirngewebe aus. Es bildet sich ein Bluterguss. Das führt zu einer raschen Erhöhung des Drucks im Gehirn und kann das umliegende Gewebe schädigen.

Der höhere Druck kann andere Blutgefäße verengen, sodass bestimmte Regionen ungenügend mit Sauerstoff versorgt werden. Der Körper reagiert oft mit Entzündungen und Schwellungen, die den Druck im Gehirn zusätzlich verstärken können.

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Subakute Phase (Stunden bis Tage)

Nach der akuten Phase beginnt das Gehirn, sich an die entstandene Blutung anzupassen. Zum Beispiel wird der Bluterguss abgebaut. Das umliegende Gewebe bleibt aber weiterhin belastet:

  • Anhaltende Schwellungen erhöhen den Druck auf benachbartes Nervengewebe.
  • Entzündungen sowie giftige Abbauprodukte des Blutes beeinträchtigen die Nervenzellen zusätzlich zum Hirndruck.
  • Die gestörte Durchblutung der betroffenen Regionen erschwert die Erholung.

In der subakuten Phase besteht zudem ein erhöhtes Risiko für Krampfanfälle und erneute Blutungen.

Erholungs- und Rehabilitationsphase (Wochen bis Monate)

Nachdem sich der Zustand der betroffenen Person stabilisiert hat, beginnt der Körper den Bluterguss vollständig abzubauen. Das kann Wochen dauern und hängt von der Größe und Lage der Blutung ab.

In dieser Phase sind Einschränkungen wie etwa Lähmungen möglich. Auch fällt es Betroffenen oft schwer, Bewegungen zu kontrollieren oder bestimmte Körperteile überhaupt zu bewegen.

Geistige Fähigkeiten sind ebenfalls häufig beeinträchtigt. Dazu gehören Gedächtnis, Konzentration und Organisation. Auch das Planen und Ausführen von Handlungen in der richtigen Reihenfolge wie das Anziehen, Kochen oder das sichere Gehen geraten oft durcheinander. In schweren Fällen ist die Sprache gestört und die Persönlichkeit verändert sich.

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Diagnose

Bei einem Verdacht auf Hirnblutung ist eine rasche Diagnose sehr wichtig.

Ziel ist es, Betroffene schnell zu stabilisieren und die Diagnose so rasch wie möglich zu sichern, um dann eine gezielte Behandlung einzuleiten.

1. Rettungsdienst und Notaufnahme

Bereits im Rettungswagen oder direkt nach der Ankunft in der Notaufnahme beginnt die Erstversorgung:

  • Lebensfunktionen sichern: Betroffene erhalten Sauerstoff sowie Infusionen, zum Beispiel mit Kochsalzlösung. Damit möchte man den Hirndruck senken und den Blutkreislauf stabilisieren.
  • Blutdruck kontrollieren: Falls der Blutdruck stark erhöht ist, wird er mit Medikamenten gesenkt. Das soll eine weitere Blutung verhindern.
  • Erste neurologische Untersuchung: Das Notfallteam überprüft Bewusstsein, Pupillenreaktion und mögliche Lähmungserscheinungen. So kann es ein erstes Bild davon bekommen, wie schwer die Hirnblutung ist.

2. Computer-Tomographie

Unmittelbar nachdem die betroffene Person stabilisiert wurde, macht man eine Computer-Tomographie (CT) vom Kopf. Auf dem Bild sieht man in wenigen Minuten, ob eine Blutung vorliegt, wo sie sich befindet und wie stark sie ist. Währenddessen setzt man die lebensrettenden Maßnahmen fort.

Diagnostik mittels CT-Angiographie © Mr.suphachai praserdumrongchai / Canva

3. Bestätigung der Diagnose

Sobald die Diagnose feststeht, wird umgehend die eigentliche Behandlung eingeleitet.

Behandlung

Behandeln lässt sich eine Hirnblutung durch einen chirurgischen Eingriff und Medikamente.

Die Behandlung richtet sich nach Ursache, Größe und Lage der Hirnblutung. Ziel ist es, eine weitere Blutung zu verhindern, den Hirndruck zu senken und mögliche Komplikationen wie Gehirnschäden, Infektionen oder Blutgerinnungsstörungen zu vermeiden.

Chirurgische Behandlung

In einigen Fällen ist ein operativer Eingriff notwendig:

  • Blutung entfernen: Falls ein großer Bluterguss das Gehirn gefährlich einengt, lässt er sich operativ entfernen, um weiteren Druck auf das Gehirn zu verhindern.
  • Schädel öffnen: Bei stark erhöhtem Hirndruck öffnet man den Schädel und verringert so den Druck. Das verhindert Schäden am Gehirn.
  • Hirnflüssigkeit ableiten: Falls notwendig, entfernt man überschüssige Hirnflüssigkeit.  Diese umgibt das Gehirn im Schädel.
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Neuro-Radiologische Katheter-Eingriffe

Manche Veränderungen an Blutgefäßen lassen behandeln, ohne dass man den Schädel öffnen muss (minimal-invasiv). Ein Aneurysma (Ausbuchtung der Gefäßwand) etwa wird mit einer Platinspirale aufgefüllt, wodurch es nicht mehr platzen kann. Andere Gefäßfehlbildungen wie Fisteln oder Angiome verschließt man, zum Beispiel mit einem speziellen Kunststoff (Embolisation).

Medikamente

Medikamente werden für Folgendes eingesetzt:

  • Blutdruck kontrollieren und wenn nötig senken, um das Risiko erneuter Blutungen zu reduzieren
  • Krampfanfällen vorbeugen mit Medikamenten gegen epileptische Anfälle
  • Schmerzen behandeln bei Kopfschmerzen

Rehabilitation

Durch die Hirnblutung können Körperfunktionen wie Beweglichkeit oder Sprechen verloren gehen. Diese versucht man nach der Akutphase wiederherzustellen. Physiotherapie fördert die Beweglichkeit und Koordination. Ergotherapie unterstützt bei alltäglichen Aufgaben, damit Betroffene wieder selbstständig werden. Logopädie hilft bei Sprach- und Schluckstörungen.

Aussicht auf Heilung

Je schneller die medizinische Versorgung erfolgt, desto geringer sind die bleibenden Schäden.

Wie es nach einer Hirnblutung weitergeht, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu zählen:

  • Größe und Lage der Blutung
  • Alter der betroffenen Person
  • Vorerkrankungen wie Bluthochdruck und Diabetes
  • Geschwindigkeit der medizinischen Versorgung

Bei schweren Blutungen oder verzögerter Behandlung überleben nur 5 von 10Öffnet in neuem Tab Betroffenen eine Hirnblutung. Wer die akute Phase übersteht, hat gute Chancen, sich teilweise oder sogar vollständig zu erholen.

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Alltag

Ein gesunder Lebensstil hilft, eine erneute Hirnblutung zu vermeiden.

Nach einer Hirnblutung bleibt das Gefäßsystem empfindlicher als zuvor. Doch man kann es schützen, die Gefäße stabil halten und das Risiko einer erneuten Blutung senken. Bereits kleine Veränderungen im Alltag bewirken viel, zum Beispiel:

  • sich ausgewogen ernähren
  • regelmäßig bewegen
  • nicht rauchen
  • wenig Alkohol trinken
  • regelmäßige ärztliche Kontrollen

Auch wenn nicht alles in der eigenen Hand liegt, lässt sich durch gezielte Vorsorge viel für die eigene Gesundheit tun. Mit der richtigen Unterstützung und einem bewussten Umgang mit Risikofaktoren ist ein guter Einstieg in den Alltag möglich.

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Zusammenfassung

Häufigkeit – In Deutschland erleiden pro Jahr ca. 24.000 Einwohner eine Hirnblutung.

Hauptsymptome – Die Hirnblutung führt zum Schlaganfall mit schlagartig auftretenden halbseitigen Lähmungen, Gefühlsstörungen, Sehstörungen oder Sprachstörungen oder Bewusstseinsverlust. Begleitend können Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen auftreten.

Diagnostik – Wichtig sind vor allem bildgebende Verfahren (Computertomographie – CTMagnetresonanztomographie – MRT).

Behandlung – Die Therapie erfolgt auf der Stroke Unit oder Intensivstation, wobei die Blutdrucktherapie wichtig ist. In manchen Fällen wird eine neurochirurgische Operation erforderlich.

Wichtig zu beachten – Bei Verdacht auf eine Hirnblutung muss unverzüglich der Rettungsdienst (Notruf 112) alarmiert werden, damit im Krankenhaus notwendige Untersuchungen (CT, MRT) und Behandlungen (Blutdrucktherapie, ggf. Operation) durchgeführt werden können.

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