Ein Jahr Deutsche Hirnstiftung

„Ich freue mich, dass wir schon in den ersten zwölf Monaten so vielen Menschen weiterhelfen konnten“, sagt Prof. Dr. Frank Erbguth, Präsident der Deutschen Hirnstiftung, die jetzt ihren ersten Geburtstag feiert. Über 300 Ratsuchende hätten sich im ersten Jahr mit Fragen an die Hirnstiftung gewandt. Das große Thema sei auch hier die Corona-Pandemie gewesen. Prof. Erbguth: „Die Fragen bezogen sich vor allem auf eine mögliche Corona-Infektion und ihre Folgen für neurologisch Erkrankte. Und ob die Corona-Impfung empfehlenswert ist.“ Aber auch zu Krankheiten wie Parkinson, Kopfschmerzen, Demenz und Schwindel habe es viel Beratungsbedarf gegeben (s. Grafik)

Die Deutsche Hirnstiftung wurde am 4. November 2020 der Öffentlichkeit vorgestellt – und zwar beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) in Berlin. Das Ziel der Neurologen: Die Bürger noch besser über neurologische Erkrankungen informieren – und das leicht verständlich und komplett unabhängig. Man wolle, so Prof. Erbguth, „ein Fenster zur Öffentlichkeit“ aufstoßen, das der DGN als wissenschaftlicher Fachgesellschaft bis dato fehlte. Das Motto der Hirnstiftung lautet daher: Aufklären Fördern – Beraten – Stärken.
Prof. Dr. Kathrin Reetz, Vizepräsidentin der Deutschen Hirnstiftung: „Wir möchten einerseits Betroffene und Angehörige mit Informationen versorgen, sie beraten und ihnen auf diese Weise helfen, zusammen mit ihren Ärzten den für sie individuell besten Therapieweg zu finden und einzuschlagen. Aber wir möchten auch die Akteure im neurologischen System unterstützen. So haben wir gerade erstmalig einen Nachwuchsförderpreis vergeben.“

Der Bedarf an Information ist in der Bevölkerung groß: Jeder Zweite in Deutschland leidet unter einer neurologischen Erkrankung. Damit ist oft ein massiver Verlust an
Selbstständigkeit und Lebensqualität verbunden, manchmal auch eine verminderte
Lebenserwartung. Die gute Nachricht: In den vergangenen Jahren sind für viele
Erkrankungen neue Therapien entwickelt worden. Prof. Erbguth: „Zu nennen sind hier
beispielsweise innovative Gentherapien. Damit lassen sich Erkrankungen behandeln, die
bisher als unheilbar galten, die Palette reicht von neuromuskulären Erkrankungen
bis hin zu genetisch bedingten Erkrankungen.“

Und Prof. Dr. Kathrin Reetz ergänzt: „Weitere Meilensteine, die genannt werden müssen, sind die Erfolge in der Lysetherapie und die Thrombektomie im Bereich der Schlaganfall Therapie, die spezialisierten Pharmakotherapien zum Beispiel im Bereich der Multiplen Sklerose oder auch die tiefe Hirnstimulation bei Parkinson Krankheit.“

Anlässlich des ersten Jahrestages der Deutschen Hirnstiftung stehen sowohl Prof. Dr.
Kathrin Reetz als auch Prof. Dr. Frank Erbguth sowie weitere Neurologen am 6. November für Fragen zur Verfügung. Der große Online-Expertentalk findet von 14:30 bis 15:30 Uhr online und live unter www.dgnvirtualmeeting.org statt. Das Angebot ist kostenlos abrufbar, eine Registrierung ist nicht notwendig. „Diese Online-Expertentalks werden wir auch im kommenden Jahr anbieten“, sagt Prof. Dr. Kathrin Reetz. Aber auch unabhängig von diesem Event können sich alle Bürger mit Fragen an die Experten der Hirnstiftung wenden – online und telefonisch. „Unsere Beratung ist grundsätzlich kostenfrei“, betont Prof. Reetz. „Natürlich freuen wir uns über neue Mitglieder, denn die Deutsche Hirnstiftung finanziert sich ausschließlich über Mitgliedsbeiträge und Spenden.“ Im nächsten Jahr finden zudem bundesweit Informationsveranstaltung zu verschiedenen neurologischen Themen statt.

Wichtig zu wissen: Anlässlich des ersten Geburtstages gibt die Deutsche Hirnstiftung eine neue Zeitschrift heraus: „NervenSache“. „NervenSache“ bietet einen Überblick über neue Therapieansätze, digitale Angebote und allgemeine medizinische Informationen – und dies in patientennaher Sprache. Ergänzt werden die Fachbeiträge um Tipps zur Vorbeugung, zwei Buchvorstellungen und einem kleinen „Hirntraining“. Interessierte könnten diese Zeitschrift kostenfrei bei der Deutschen Hirnstiftung unter info@hirnstiftung.org bestellen.

Ebenso stellt die Deutsche Hirnstiftung weitere Faltblätter zu verschiedenen neurologischen Erkrankungen zur Verfügung. Für Neurologen hält die Hirnstiftung kostenfreie Informationspakete mit verschiedenen Materialien wie zum Beispiel Flyer und Poster bereit.

Mehr Informationen unter www.hirnstiftung.org