Das Gehirn ist ein faszinierendes Organ: Die „Kommandozentrale“ unseres Körpers ist hochkomplex, leistungsstark und arbeitet in rasender Geschwindigkeit. Ohne das Gehirn geht nichts. Umso wichtiger ist sein Schutz, und zwar von Anfang an.

Mit einem Kreativwettbewerb zur Frage „Was kannst Du tun, damit Dein Gehirn fit bleibt?“ möchten die Deutsche Hirnstiftung und die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) junge Menschen für Hirngesundheit sensibilisieren.

Ins Leben gerufen wurden die Brain Health School Challenges von der Europäischen Akademie für Neurologie im Rahmen ihrer Brain Health Mission. Sie werden in mehreren Ländern Europas durchgeführt.

Gesundheit des Gehirns – ein Thema für junge Köpfe?

„Auf jeden Fall, denn neurologische Krankheiten betreffen oft schon Kinder und Jugendliche“, erklärt Prof. Dr. Frank Erbguth, Präsident der Deutschen Hirnstiftung. Beispielsweise leben in Deutschland ca. 60.000 Kinder und Jugendliche mit einer Epilepsie [1].

Die Deutsche Schmerzgesellschaft meldete zudem, dass neueren Studien zufolge allein zwei Drittel aller Schülerinnen und Schüler regelmäßig Kopfschmerzen haben [2]. Hinzu kommt: Für viele gefürchtete neurologische Krankheiten im Erwachsenenalter werden die Weichen bereits in der Kindheit gestellt.

Früh die Weichen für ein gesundes Leben stellen

„Wir wissen, dass harte Kopfbälle und Stürze das Gehirn schädigen – und noch immer ist die Zahl der Gehirnerschütterungen bei Kindern und Jugendlichen vergleichsweise hoch. Es bedarf hier also der Sensibilisierung, auch der Eltern, Lehrerinnen, Lehrer und Sportvereine, um vernünftige Schutzmaßnahmen zu treffen“, erklärt Erbguth.

Keinesfalls sollte aber übertriebene Angst vor Verletzungen die Lust am Sport mindern, im Gegenteil: Regelmäßiger Sport ist wichtig, um später das Risiko für neurologische Krankheiten, z. B. für Schlaganfälle, zu reduzieren.

„Bekannt ist: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr – daher müssen wir früh ansetzen und in die Schulen gehen, um Kinder und Jugendliche zu einem gesunden Lebensstil zu motivieren“, betont Neurologe Erbguth.

Neben Bewegungsmangel ist ungesunde Ernährung ein Risikofaktor – und auch die Ernährungsgewohnheiten werden in der Kindheit geprägt. Prof. Dr. Daniela Berg, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) kritisiert, dass die Lebensmittelindustrie diese Zielgruppe stark umwirbt, und zwar mit ungesunden Lebensmitteln wie Süßigkeiten, zuckerhaltigen Limonaden und Fast Food. 

„Längerfristig hat ein hoher Zuckerkonsum negative Effekte auf das Gehirn, und Übergewicht ist ein Krankheitstreiber für neurologische Krankheiten. Hinzu kommen Gefahren durch ultrahochverarbeitete Lebensmittel mit vielen chemischen Zusatzstoffen, die wir noch gar nicht richtig einschätzen können“, so Berg.

Hier müsse man einen Gegentrend setzen und Kindern und Jugendlichen Geschmack auf eine gesunde, frisch zubereitete Kost mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten machen.

Eine ebenso wichtige Rolle bei der Prävention von neurologischen Krankheiten spielt ausreichend Schlaf – die Weichen für einen regelmäßigen Tag-Nacht-Rhythmus und Gewohnheiten, die einen erholsamen Schlaf unterstützen, werden bereits in der Kindheit und Jugend gestellt.

Auch die Vermeidung von Stress ist für die Gesunderhaltung von Gehirn und Nerven wichtig – und da spielt letztlich auch der Medienkonsum eine Rolle. „Neue Studien [3] haben gezeigt, dass die Social-Media-Nutzung Erwachsene stresst, weil wir ständig unter dem Druck stehen zu reagieren oder angespannt sind, wie unser Netzwerk auf unsere Posts und Fotos reagiert“, erklärt Erbguth, der auch Psychologe ist.

Verschiedene Studien hätten auch gezeigt, dass zu lange Bildschirmzeiten bei Kindern zu Stress führen. Hinzu sei das Smartphone eine ständige Ablenkung, die unsere Konzentration erschwert.

Die Brain Health School Challenge 2026

Damit all diese Präventionsmaßnahmen und auch die Faszination für das Gehirn als das komplexeste und spannendste Organ frühzeitig vermittelt werden, haben die Deutsche Hirnstiftung und die DGN gemeinsam den Kreativwettbewerb für Schüler ausgelobt.

Im Rahmen der Brain Health School Challenge 2026 können Schulklassen dieses Wissen erwerben und dann an andere Kinder und Jugendliche weitergeben – dabei können bis zu 500 Euro gewonnen werden. Dabei sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt, ob als Poster, Kurzvideo, Song, Comic oder andere Formate.

Das Projekt sollte überzeugend darstellen, warum Gehirngesundheit wichtig ist und was auch junge Menschen dafür tun können. Die Challenge richtet sich an Schulklassen der Grundschule (ca. 6–10 Jahre), Sekundarstufe 1 (ca. 11–14 Jahre) und Sekundarstufe 2 (ca. 15–18 Jahre).

„Um Lehrerinnen und Lehrer zu unterstützen, haben wir Lehrmaterial für die verschiedenen Altersgruppen erstellt“, sagt DGN-Präsidentin Berg. Damit könnten die Inhalte der Brain Health Initiative didaktisch vermittelt und der Kreativwettbewerb inhaltlich eingebettet werden.

„Wir freuen uns, wenn viele Pädagoginnen und Pädagogen dieses wichtige Thema aufgreifen. Wir denken, dass Wissen über die Gesundheit und den eigenen Körper in die Lehrpläne gehört, und freuen uns schon auf die kreativen Ansätze der Kids und jungen Leute, dieses Wissen innerhalb ihrer Peer-Group weiterzugeben.“

Eckpunkte der Ausschreibung

Nur Klassenprojekte werden akzeptiert, Einzelbeiträge sind nicht zugelassen. Jede teilnehmende Klasse darf eine Einreichung abgeben. Bewerbungsschluss ist der 30. April 2026. Weitere Informationen finden sich auf https://hirnstiftung.org/brain-health-school-challenge-2026

Quellen:

[1] Einfluss von Epilepsie auf die Hirnentwicklung bei Kindern: Neue Therapieansätze und ForschungsperspektivenÖffnet in neuem Tab

[2] Kopfschmerzen bei Kindern und Jugendlichen ernst nehmen

[3] Examining the Association Between Internet Use and Perceived Stress in Adults: Longitudinal Observational Study Combining Web Tracking Data With QuestionnairesÖffnet in neuem Tab

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