Wie wichtig ein gesunder Lebensstil für das Gehirn ist und wie bereits Kinder und Jugendliche dazu beitragen können, dieses Bewusstsein in die Gesellschaft zu tragen, stand im Mittelpunkt der Abschlussveranstaltung der Brain Health School Challenge. Gemeinsam mit der Deutschen Hirnstiftung, der Deutschen Gesellschaft für Neurologie und der Brain Health Mission der Europäischen Akademie für Neurologie wurden die besten Schulprojekte ausgezeichnet. Gleichzeitig nutzten die Organisatorinnen und Organisatoren die Gelegenheit, den in die Charité eingeladenen Schulklassen wissenschaftliche Erkenntnisse rund um die Gehirngesundheit verständlich zu vermitteln.

Kinder und Jugendliche können wichtige Multiplikatoren sein

Schon zu Beginn der Veranstaltung wurde das junge Publikum aktiv einbezogen. Die Schülerinnen und Schüler berichteten darüber, welche Verhaltensweisen sie in ihrem Umfeld beobachten, die dem Gehirn schaden können. Genannt wurden vor allem Rauchen, regelmäßiger Alkoholkonsum und Bewegungsmangel. Daraus entwickelte sich eine zentrale Botschaft der Veranstaltung: Kinder und Jugendliche können wichtige Multiplikatoren sein, indem sie ihr Wissen in ihre Familien und Freundeskreise tragen und andere zu einem gesünderen Lebensstil motivieren.

Anschließend stellten Mitglieder der Jury ihre persönlichen Strategien für ein gesundes Gehirn vor. Professorin Daniela Berg, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), berichtete, dass sie täglich mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt. Professor Frank Erbguth, Präsident der Deutschen Hirnstiftung, motiviert sich zu regelmäßigem Ausdauertraining auf dem Ergometer, während er dabei die Tagesschau verfolgt.

Professorin Katrin Reetz, Präsidentin der Deutschen Hirnstiftung, setzt auf regelmäßiges Laufen, während Jurymitglied PD Dr. Eva Schäffer, die auch durch das Programm der Veranstaltung im historischen neurologischen Hörsaal auf dem Charité Campus führte, die Bedeutung gesunder Ernährung hervorhob. Sie führte aus, dass diese nicht mit Verzicht oder weniger Genuss zu tun habe – im Gegenteil: Frisch zubereitetes Essen mit viel Gemüse ist nicht nur gesund, sondern lecker.

Neurowissenschaftlerin und Medfluencerin Lucia Rohfleisch brachte einen neuen Aspekt ein und plädierte dafür, dem Gehirn bewusst Ruhephasen zu gönnen und auch einmal Handy und Computer auszuschalten.

„Body Health equals Brain Health“ – von Anfang an

Jurymitglied Professorin Ulrike Schara-Schmidt griff auch diesen Aspekt auf und brachte ihre Empfehlung mit der Formel „Body Health equals Brain Health“ auf den Punkt: Körperliche und geistige Gesundheit gehören untrennbar zusammen.

Besonders eindrucksvoll war die Veranschaulichung der langfristigen Wirkung eines gesunden Lebensstils. Wenn jede der anwesenden Personen im Laufe ihres Lebens zehn weitere Menschen zu mehr Bewegung motiviere und diese wiederum weitere zehn Menschen erreichten, könnten Tausende Menschen von einem gesünderen Lebensstil profitieren. Nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen ließen sich dadurch allein rechnerisch mehrere Hundert Demenzerkrankungen verhindern.

Die Gewinnerklassen der Brain Health School Challenge 2026

Den krönenden Abschluss der Veranstaltung bildete die Ehrung der Gewinnerinnen und Gewinner der Brain Health School Challenge. Bei der Preisverleihung wurden in drei Alterskategorien die kreativsten Projekte ausgezeichnet:

  • In der Kategorie Grundschule gewann die Grundschule am Eichberg in Waldmohr mit einem Theaterstück „Gesundheit beginnt im Kopf“. Darin zeigten die Schülerinnen und Schüler auf spielerische Weise, wie gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung, Trinken und gemeinsame Aktivitäten die Gehirngesundheit fördern. Besonders beeindruckte die Jury, mit wie viel Eigeninitiative die Kinder das Projekt entwickelt und umgesetzt hatten.
  • Den ersten Platz in der Kategorie Unterstufe sicherte sich das Kepler Gymnasium Weiden mit einem interaktiven „Forscherlabor Gehirngesundheit“. An verschiedenen Mitmachstationen konnten Besucherinnen und Besucher den Einfluss von Ernährung, Zucker, gesunden Fetten, Bewegung, Rauchen, Alkohol sowie Gedächtnistraining auf das Gehirn selbst erfahren. Das Projekt überzeugte durch seine Vielfalt, den hohen Praxisbezug und die Möglichkeit, wissenschaftliche Inhalte spielerisch zu vermitteln.
  • In der Kategorie Oberstufe wurde die Carl-Schomburg-Schule in Kassel ausgezeichnet. Die Schülerinnen und Schüler entwickelten ein Comicbuch, das mithilfe künstlicher Intelligenz gestaltet wurde. In mehreren Geschichten setzten sie sich mit Themen wie ungesunder Ernährung, Bewegungsmangel, übermäßiger Handynutzung und Drogenkonsum auseinander und machten anschaulich deutlich, welche Folgen diese Gewohnheiten für Körper und Gehirn haben können. Das Projekt verband kreative Gestaltung mit wissenschaftlich fundierter Gesundheitsaufklärung und richtete sich gezielt an junge Menschen.

Die zweiten Preise belegten die Karl Liebknecht Grundschule der Stadt Leipzig, die mit einem Comic und Rap „Pass auf Dein Gehirn auf, es ist ein Superheld“ ins Rennen gegangen war, das Heinrich-Schliemann-Gymnasium Berlin mit dem Video „Dein Gehirn ist ein Tempel“ und das Gymnasium Burgstädt mit dem Videoprojekt „Sport & Gesundheit“.

Hier finden sich alle Projekte zum Anschauen und NachlesenÖffnet in neuem Tab.

Jetzt schon weitersagen! 2027 soll es eine Neuauflage der erfolgreichen Brain Health School Challenge geben.

Fotos: Claudius Pflug

Vielen Dank für Ihr Interesse

Bleiben Sie auch künftig gut informiert: Mit unserem monatlichen Newsletter erhalten Sie regelmäßig neue Themen und aktuelle Termine direkt in Ihr Postfach.